Ny Ålesund

 

Willkommen am nördlichsten Ort der Welt. Auch historisch ist Ny Ålesund von großem Interesse, denn von hier aus starteten Roald Amundsen und Umberto Nobile 1925 mit dem Luftschiff Norge zu ihrer Fahrt zum Nordpol. Ny Ålesund wurde 1916 gegründet und liegt im nordwestlichen Teil Spitzbergens in mitten einer großen Berglandschaft. Im Winter leben hier 30, im Sommer ca. 120 Menschen. Früher war der Ort für den Kohleabbau bekannt, heute gilt Ny Ålesund als ein internationales Forschungszentrum, in dem sich auch die deutsche Koldewey Station des Alfred-Wegener-Instituts findet. Den zahlreichen Kreuzfahrttouristen bietet das kleine Örtchen einige Attraktionen, so gibt es neben einem Museum, in dem einige Exponate von den Polreisen Roald Amudsens ausgestellt sind, auch dessen Villa zu bestaunen, in der er vor seiner Reise wohnte. Und nicht zu vergessen, im nördlichsten Ort der Welt, steht auch das nördlichste Postamt der Welt.

Smeerenburg

Die ehemalige Walfangstation Smeerenburg (was soviel wie „Tran-Stadt“ bedeutet) liegt auf der Insel Amsterdamøya und ist heute Teil des Nordwestspitzbergen-Nationalparks. In den 1630er Jahren war in hier Smeerenburg die Hochkonjunktur des frühen Walfangs. Es lebten in den Sommermonaten bis zu 200 Männer in der kleinen Siedlung. Der sogenannte Walblubber wurde in den vielen Specköfen zu Tran verkocht, welcher unter anderem als Lampenöl verwendet wurde. 1660 wurde die Siedlung aufgrund der rückläufigen Anzahl an Walen aufgeben. Seitdem holt sich die Natur Stück für Stück die Siedlung zurück und es sind heute nur noch vereinzelte Überreste der Specköfen zu finden. Auch die Fauna kehrte zurück nach Smeerenburg und so kann man gelegentlich Walrosse am Ufer beobachten.

 

Das Postamt von Ny Ålesund

Alkefjellet

Der Alkefjellet ist der größte Vogelfelsen Spitzbergens: Ein echtes Highlight jeder Spitzbergen Reise! Der mehrere Kilometer lange und bis zu 100 Meter hohe Felsen, liegt in der über 150 km langen Hinlopenstraße. Die steilen, fast senkrechten Felsklippen sind schon sehenswert genug, dass eigentliche Highlight des Alkefjellet sind aber die meheren zehntausend Brutpaare der Dickschnabellummen. Diese brüten vornehmlich an fast senkrechten Felsen, von denen die noch flugunfähigen Küken im zarten Alter von drei Wochen von ihren Eltern zum berühmt-berüchtigten „Lummensprung“ gedrängt werden. Nicht alle Küken schaffen es – daher ist der Polarfuchs meist nicht weit!

Bråsvellbreen – Der Eisstrom

Der Bråsvellbreen ist der westliche Teil der Austfonna Eiskappe, die große Teile von Nordaustland bedeckt. Der Name bedeutet soviel wie „rasch anschwellender Gletscher“ und den bekam er nach einem plötzlichen Gletschervorstoß, einem sogenannten Surge, von 1937 -38 verpasst. Die gesamte Eiskappe hat eine Fläche von 8.100 km2 und ist damit halb so groß wir Thüringen. Die Abbruchkante zum Meer ist über 180 km lang und damit die längste Gletscherfront der Nordhalbkugel. Optisch sind die Eiskappe Austfonna und der Eisstrom Bråsvellbreen nicht zu unterscheiden, lediglich die erhöhte Fließgeschwindigkeit des Eisstroms macht den Unterschied. Im Sommer bilden sich immer wieder imposante Schmelzwasserfälle an der Eiskante, die die Verschlüsse der Kameras klicken lassen!

 

Virgohamna – ein Ort mit Geschichte

Virgohamna ist ein historischer Ort auf der kleinen Insel Danskøya an der Nordwest-Spitze von Spitzbergen. Da die Versuche von Spitzenbergen aus den Nordpol zu erreichen weder per Schiff noch per Schlitten erfolgreich waren, entschied sich Salomon August Andrée 1896 und 1897 von Virgohamna aus mit einem Wasserstoffballon zum Nordpol aufzubrechen. Der zweite Versuch endete tödlich für die Männer, deren Überreste erst 33 Jahre später gefunden wurden. Noch heute sind die Relikte dieser (und folgender) Luftschiff-Expeditionen am „Cape Canaveral des ausgehenden 19. Jhdt.“ zu bestaunen. Ganz in der Nähe dieses geschichtsträchtigen Ortes gibt es auch immer wieder Seehunde zu beobachten, die im flachen Uferwasser auf Steinen liegen.

Barentsburg

Barentsburg liegt im Westen von Spitzbergen und ist mit fast 500 Einwohnern, der zweitgrößte Ort der Insel. 1920 von Niederländern gegründet und nach ihrem Seehelden Willem Barentsz benannt dient das Städtchen seit je her dem Kohlebergbau. Seit 1932 ist der Kohlebergbau in russischem Staatsbesitz und wird auch heute noch betrieben. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Siedlung fast komplett zerstört, lediglich das Kantinengebäude stammt noch aus der Vorkriegszeit. Relativ neu ist hingegen die angeblich nördlichste Brauerei der Welt. Mit belgischer Unterstützung entstand hier vor ein paar Jahren ein Mikrobrauerei, die täglich rund 500 Liter Bier produziert. Böse Zungen behaupten, dass diese Menge gerade mal für eine Maß pro Einwohner am Tag reiche! Doch seien Sie gewiss, für die kleinen Gruppen unserer Spitzbergen Reisen hat es noch immer ein-zwei Gläser des köstlichen Trunks gegeben!

Christiane Ritter Hütte

Im Norden Spitzbergens, in Gråhuken ist die bekannte Christiane Ritter Hütter zu finden. 1928 von Hilmar Nøis für die Jagd erbaut, erlangte die Hütte erst später mit dem Besuch von Christiane Ritter ihre Berühmtheit. Von 1934 bis 1935 überwinterte Christiane Ritter gemeinsam mit ihrem Mann Hermann Ritter und einem norwegischen Jagdhelfer in der kleinen Hütte in Gråhuken. Während die Männer oft wochenlang auf der Jagd nach Eisbären oder Polarfüchsen unterwegs waren, blieb die junge Frau alleine in der kargen Hütte zurück. Ihre Eindrücke und Erlebnisse hielt Ritter in ihrem Buch: „Eine Frau erlebt die Polarnacht“ fest. Das seit 1938 regelmäßig neu aufgelegte Standardwerk der Polarliteratur wurde in diverse Sprachen übersetzt und unterscheidet sich von früheren Werken durch die weibliche Sichtweise der Arktis. Sie beschreibt nicht – wie vor ihr diverse Männer – den Heldenmut und die Entbehrungen die die Polarregionen den Bezwingern abverlangt, sondern geht detailreich auf die arktische Natur, deren Farben und Einfluss auf ihre Psyche ein. Ein übrigens sehr lesenswertes Buch, auch für Männer!