Wer eine Reise in die Arktis antritt, der kennt die großen Stars der Fauna. Eisbär, Walross und Co. sind jedem bekannt. Doch Spitzbergen hat noch einiges mehr zu bieten. Haben Sie zum Beispiel schon von der Elfenbeinmöwe oder dem Spitzbergen-Ren gehört? Nein? Dann lesen Sie gerne weiter.

Die Elfenbeinmöwe (engl.: Ivory gull, lat.: Pagophila eburnea) ist vorwiegend in der Arktis zu finden, nur ab und zu verirrt sie sich Richtung Europa. Ihren Namen verdankt die Elfenbeinmöwe ihrem Federkleid, da dieses bei ausgewachsenen Vögeln schneeweiß, wie Elfenbein ist. Jungvögel tragen ein angeschmutztes, gräuliches Gesicht und schwarze Flecken auf dem Gefieder. Die Beine und der Schnabel der Elfenbeinmöwe sind Schwarz, lediglich der Schnabel ist mit einer gelben Spitze versehen.
Ihre Brutgebiete befinden sich unter anderem auf Grönland und dem nördlichen Spitzbergen. Elfenbeinmöwen sind ihrem Partner eine Saison lang treu und ziehen gemeinsam Ihre Jungen auf. Das Weibchen legt meistens nur zwei Eier in eine mit Federn und Pflanzenteilen gepolsterte Mulde. Nach ca. dreieinhalb Wochen schlüpfen dann bereits die Jungen und ca. fünf Wochen später verlassen diese bereits das Nest. Die Elfenbeinmöwe ernährt sich von Fisch, Plankton und Aas und hält sich daher gerne in der Nähe von Eisbären auf, um zu verspeisen, was diese übrig lassen. Wenn du also eine Elfenbeinmöwe siehst, ist der König der Arktis oftmals nicht weit entfernt.

Das Spitzbergen-Ren (engl.: svalbard reindeer, lat.: rangifer tarandus platyrhynchus) ist eine kleine Unterart des Rentieres und nur auf Spitzbergen zu finden. Es unterscheidet sich optisch durch seinen gedrungenen Körperbau von seinen Verwandten. Dieser spezielle Körperbau ist auf die sogenannte Inselverzwergung zurückzuführen. Die Inselverzwergung ist ein biologisches Phänomen, bei dem die Körpergröße der Tierarten, die ohne Fressfeinde oder menschliche Eingriffe auf einer Insel leben, über mehrere Generationen hinweg deutlich abnimmt.
Das Spitzbergen-Ren ist kein Freund von langen Wanderungen, wodurch es selbst auf Spitzbergen Populationen gibt, die nicht im Austausch miteinander stehen. Die Nahrung der Tiere besteht in den Sommermonaten überwiegend aus Moos und hohen Gräsern. Bis zum Herbst frisst sich das Spitzbergen Ren eine ungewöhnlich starke Fettschicht an um den langen Winter zu überstehen, dabei können schon mal bis zu 20 kg mehr auf den Rippen landen. Im Winter müssen sich die Rentiere aufgrund des Nahrungsmangels oftmals mit angespültem Tang zufriedengeben. Es kann jedoch passieren, dass 80% der Population im Winter umkommt.